Inhaltliche Zielsetzung
Das Projekt sieht vor, multimediale medizinische Falldarstellungen in Form von virtuellen Patienten zu schaffen. Medizinische Fälle sind die Grundvoraussetzung für Problemorientiertes Lernen im Medizinstudium. Dabei wird großes Augenmerk darauf gelegt, dass nicht nur der medizinische Inhalt umfassend abgebildet wird, sondern auch andere nicht-medizinische Inhalte kompetent Berücksichtigung finden. Es handelt sich um folgende zusätzliche Gesichtspunkte, die in die Fälle einfließen sollen:
- Medizinrecht
- Gesundheitsökonomie (Kosteneffizienz unter stationären und ambulanten Bedingungen)
- Benchmarking, Qualitätssicherung, Marketing
- Medizinische Rehabilitation
- Medizinische Begutachtung
- Ethik
Im klinischen Inhalt sollen insbesondere die wesentlichen Volkserkrankungen, z.B. Koronare Herzkrankheit, obstruktive Lungenerkrankungen, Diabetes mellitus und Brustkrebs abgebildet werden.
Didaktisch:
Die multimedialen POL-Fälle an sich stellen noch keine eigenständige Wissensvermittlung dar. Neben der Verwendung in POL-Veranstaltungen, ist prinzipiell auch die ausschnittsweise Verwendung in klassisch-systematischen Lehrveranstaltungen möglich. Das hat den Vorteil, dass die erarbeiteten Materialien in jedes traditionelle Curriculum integrierbar sind und somit alle Medizinstudenten erreicht. In POL-Veranstaltungen würden teilweise bekannte Informationen rekapituliert und vertieft werden können.
Darüber hinaus ist vorgesehen, den Fall-Pool über Internet abrufbar anzulegen, bzw. die Möglichkeit zu schaffen, CD-ROM zu generieren. Dabei würde das Lehrmaterial in einer Benutzerumgebung dargestellt werden, die ein Navigieren durch die Fälle ermöglicht.
Letztendlich können die POL-Fälle in ein Learn-Managementsystem (LMS) integriert werden, das explorierendes Lernen ermöglicht. In einem LMS wird eine Navigation sowohl entlang der klassischen, systematischen Achsen als auch entlang POL-typischer Pfade möglich. Beide Formen der Wissensvermittlung werden damit in ein umfassendes Modell verschmolzen. Durch Flexibilität und Multimedialität soll der Leistungswille stimuliert, Neugier geweckt und befriedigt werden.
Gestalterisch:
Die Studierenden werden sich einer rechnerbasierten Lernoberfläche gegenüber sehen, deren Erscheinungsbild und grundsätzliche Funktionsprinzipien (Links, Animationen, Suchfunktionen) sie aus dem Internet und anderen Bildungsangeboten auf CD-ROM kennen. Instrumente zur Identifikation und Zertifizierung sollen ebenso wie Funktionen zur Evaluierung, Qualitätssicherung und Weiterentwicklung enthalten sein.
Spezifische Lerninteressen:
Die Intranet/Internet-basierte Lernoberfläche und die skizzierte didaktische Struktur ermöglichen eine zeitlich, örtlich und thematisch individuelle Gestaltung des Lernprozesses. Die Schwerpunktbildung wird durch das beschriebene Funktionsprinzip gefördert. So wird auch die Berücksichtigung etwaiger geschlechtsspezifischer Lerninteressen sichergestellt.
