Studiengang Werkstoffwissenschaft

Werkstoffwissenschaft besteht aus den Teilgebieten Materialwissenschaft, Werkstofftechnik und Baustoffe als Mittler zwischen Grundlagendisziplinen und technischer Anwendung

Was ist Werkstoffwissenschaft?

Die Werkstoffwissenschaft hat für die moderne Industriegesellschaft strategische Bedeutung. Intelligente Funktionswerkstoffe, schadenstolerante Verbundstrukturen oder neuartige Verarbeitungs- und Beschichtungstechnologien sind entscheidende Innovationsfaktoren. Werkstoffwissenschaft ist deshalb eine fachgebietsübergreifende Disziplin, die von der Grundlagenuntersuchung bis zur technischen und kommerziellen Nutzung reicht. Die Basis hierfür sind fundamentale Kenntnisse über die Wechselbeziehungen zwischen strukturellem Aufbau und Eigenschaften eines Werkstoffes unter den Gesichtspunkten der Herstellung, der Ver- und Bearbeitung, der Anwendung und der Entsorgung. Das heißt, Werkstoffwissenschaft bildet heute die Brücke zwischen Grundlagenforschung und technischer Nutzung.

Studienziel und -inhalt

Die zukünftigen Diplomingenieurinnen und Diplomingenieure für Werkstoffwissenschaft müssen in ihrer Ausbildung das gesamte Spektrum des Fachgebiets geboten bekommen. Deshalb wird im Studiengang Werkstoffwissenschaft - Thüringer Modell - auf der Basis des Verbundes der drei Thüringer Universitäten erstmals in der Bundesrepublik die Möglichkeit geschaffen, schon in der Ausbildung das gesamte Spektrum der Werkstoffwissenschaft unter Nutzung der wissenschaftlichen Ressourcen der beteiligten Universitäten kennen zu lernen.

Die Gestaltung des Studienganges setzt die heute gebotenen und erst recht künftig zu erwartenden Möglichkeiten moderner interaktiver Kommunikationstechniken voraus. Damit entstand in Thüringen ein Modell der wissenschaftlichen Ausbildung mit Pilotfunktion für zukünftige Entwicklungen in der universitären Lehre.

Die drei beteiligten Universitäten Bauhaus-Universität Weimar, Friedrich-Schiller-Universität Jena und Technische Universität Ilmenau bieten ein inhaltlich abgestimmtes, kompatibles gemeinsames Grundstudium, dem im Hauptstudium das Lehrangebot in den drei Studienrichtungen - Baustoffe (BU Weimar) - Materialwissenschaft (FSU Jena) - Werkstofftechnik (TU Ilmenau) folgt.

Der Zugang von Studierenden aus werkstoffwissenschaftlich relevanten Disziplinen wie Chemie, Mineralogie/Geowissenschaften, Physik und sämtlichen Ingenieurwissenschaften mit dem Vordiplom einer Universität oder Hochschule bzw. einem Fachhochschulabschluss ist möglich und gewollt. Ziel ist der universitäre Abschluss als Diplomingenieur/-in auf dem Gebiet Werkstoffwissenschaft.

 

Berufliche Tätigkeitsfelder

Der universitäre Charakter der Ausbildung eröffnet den Absolventinnen und Absolventen breite Einsatzmöglichkeiten in fast allen Industriezweigen, in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Industrie und staatlichen Einrichtungen wie Materialprüfanstalten, Fraunhofer-, Max-Planck-Instituten, Bahn, Post sowie im ständig wachsenden Bereich des technischen Umweltschutzes.

Nicht nur in den werkstofferzeugenden und -verarbeitenden Betrieben der Bereiche Metallurgie, Glas/Keramik und Kunststoffe sondern auch in Firmen des Fahrzeugbaus, der Luft- und Raumfahrt, der Elektrotechnik/Elektronik und der chemischen Industrie werden Werkstofftechniker/-innen mit dem charakteristischen Ausbildungsprofil der TU Ilmenau benötigt.

Ein besonderer Einsatzschwerpunkt wird bei der Entwicklung und Anwendung neuer bzw. modifizierter Werkstoffe gesehen. Die Fachausbildung fußt auf der spezifischen Ilmenauer Werkstoffforschung, z. B. auf den Feldern der Plasma-, Galvano- und Glas/Keramiktechnik, woraus sich spezielle Einsatzmöglichkeiten auf dem Gebiet der High-Tech-Werkstoffe ergeben.

Implantate, Biowerkstoffe, Faserverbundwerkstoffe, Piezokeramik, Superhartstoffschichten, Hochtemperatursupraleiter, Hochleistungsmagnetwerkstoffe, Lichtwellenleiter, Sensorwerkstoffe, Kompositwerkstoffe und vieles andere mehr bietet die Palette dieser Zukunftswerkstoffe auf allen technischen Einsatzfeldern in der Umwelttechnik, der Mikroelektronik, der Medizin, der Mikrosystemtechnik, dem Fahrzeugbau, der Kommunikationstechnik oder der Leichtindustrie.

Bei entsprechenden Leistungen, Eignung und Begabung bietet sich auch eine spätere Tätigkeit in Lehre und Forschung an Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen an.

Die wesentlichen Aufgabenfelder sind zusammengefasst zu finden auf den Gebieten der

  • Werkstoffmodellierung
  • Werkstoffentwicklung
  • Werkstoffcharakterisierung und Prüfung
  • Werkstofftechnologie sowie dem
  • Werkstoffeinsatz
  • Nanotechnologie.

Eine zukunftsträchtige Perspektive eröffnet sich aber auch über die Entwicklung und Vermarktung eigener Produkte, Ideen und Verfahren. Die unternehmerische Selbständigkeit im Anschluss an das erfolgreiche Studium ist ein empfehlenswerter Schritt für kreative und unabhängige Köpfe.



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