01.03.05 – Eine Veranstaltung der Kontraste konnten die Besucher der diesjährigen LEARNTEC vom 15. – 18.02. erleben: Während an den Anfangstagen eine seltene Ruhe in den Messehallen herrschte, sorgten spannende Veranstaltungen im Kongress für nachhaltige Eindrücke.
8000 Besucher kamen diesmal nach Karlsruhe, um sich über die neuesten E-Learning-Trends zu informieren. Damit musste die mittlerweile größte E-Learning-Messe Europas einen weiteren Besucherrückgang hinnehmen.
Das "gefühlte" Besucheraufkommen lag erheblich unter dem Vorjahresniveau: Wie der Schlussbericht der LEARNTEC 2005 feststellt, hielten sich die meisten nur einen Tag auf der Veranstaltung auf. Mehrtägige Reisen zur LEARNTEC sind für viele offenbar unnötig oder in ihren Organisationen nicht mehr durchsetzbar. Die Auswirkungen waren vor allem zu Messebeginn spürbar, als das bundesweite Schneechaos im Straßenverkehr noch hinzukam.
Viele Aussteller waren dennoch zufrieden, insbesondere wenn sie Kundentermine vorab vereinbart und nicht auf Geschäfte mit der Laufkundschaft gehofft hatten.
Spektakulär gestaltete sich der Auftritt des Carmina Klassik-Quartetts, das zum Abschluss der Sektion "Intellectual Capital Measurement" zusammen mit dem Publikum Jimi Hendrix "Purple Haze" intonierte.
Trotz dieser Highlights stellt sich die Frage, wie die LEARNTEC die Erosion der Besucher- und Ausstellerzahlen aufhalten kann. Die gesamte Messelandschaft steht in Deutschland vor strukturellen Herausforderungen, das Besucherwachstum der großen Messen wird fast nur noch durch Auslandsmarketing erzielt. Die Zeiten des Wachstums sind vorerst vorbei, stattdessen geht es um die Optimierung von Informations- und Kommunikationsservices.
Der LEARNTEC würde eine Verkürzung um einen Tag nicht schaden. Wo man sich qualitativ profilieren könnte, zeigen die zahlreichen Trabanten-Events, die im Kielwasser der LEARNTEC mitschwimmen. In Hotelräumen oder auch – wie digital spirit es arrangierte – im Karlsruher Schloss kommen Firmen mit ihren Kunden in einem Ambiente zusammen, das sich von der Atmosphäre der Messehallen wohltuend abhebt.
Das Bedürfnis nach persönlicheren Kommunikationsformen ist offensichtlich – hier gäbe es für die LEARNTEC jedoch genug Möglichkeiten, eigene Angebote zu gestalten.
(Edgar Wang, freier Fachautor)
